Unwettervorsorge: Westerwaldkreis testet seine Meldewege
Umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer, vollgelaufene Keller: Rund 150 solcher Einsätze haben die Feuerwehren im Westerwaldkreis am vergangenen Samstag abgearbeitet. Ausgerückt ist dafür kein einziges Fahrzeug. Rheinland-Pfalz hielt zum zweiten Mal einen Landesübungstag für den Brand- und Katastrophenschutz ab, und alle zehn Verbandsgemeinden des Kreises machten mit.
Das fiktive Szenario war eine Kaltfront, die mit hoher Geschwindigkeit über das ganze Land zog. Sie brachte Starkregen, Gewitter mit vielen Blitzen und Sturmböen, die in exponierten Lagen bis zu 120 Kilometer pro Stunde erreichten. Das schlechte Wetter war vollständig erfunden. Die Meldungen dazu liefen aber über die echten Kanäle.

Jede Meldung auf dem vorgesehenen Weg
Gearbeitet wurde in den Feuerwehreinsatzzentralen (FEZ) und von den Führungsstaffeln der Verbandsgemeinden, unter anderem in der Technischen Einsatzleitung in Selters. Geübt wurde vor allem die Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen und Führungsebenen. Jede Meldung musste von der örtlichen Einsatzstelle zum Landkreis, weiter zu den Integrierten Leitstellen und schließlich ins Lagezentrum Bevölkerungsschutz des Landesamts für Brand- und Katastrophenschutz (LfBK) gelangen. Dort sollten die vielen einzelnen Übungen zu einem gemeinsamen Lagebild für das ganze Land zusammenlaufen. So ein Lagebild wird gebraucht, wenn ein Unwetter viele Orte gleichzeitig trifft.
Im Westerwald ist das Szenario nicht weit von der Wirklichkeit entfernt. Erst vor wenigen Wochen hat ein Tornado Teile des Kreises getroffen. Die Schäden, die am Samstag geübt wurden, gab es damals wirklich.
Stellschrauben für die Nacharbeit
Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Tobias Haubrich war mit dem Verlauf zufrieden. Er sagte, die Kommunikationswege und Lagedarstellungen in den einzelnen Verbandsgemeinden hätten gut funktioniert. Ganz ohne Nacharbeit gehe es aber nicht. An einzelnen Stellschrauben müsse im Nachgang noch ein bisschen gedreht werden, aber genau dafür seien solche Übungen da. Es gehe nicht darum, mit dem Finger auf Fehler zu zeigen, sondern darum, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu verbessern.
