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Limburger Dom

Der Limburger Dom prägt das Stadtbild von Limburg an der Lahn wie kaum ein anderes Gebäude. Die siebentürmige Kathedrale steht auf einem Felsen oberhalb von Lahn und Altstadt und ist weithin sichtbar. Der St. Georgs-Dom verbindet romanische Bauformen mit Elementen der frühen Gotik und blickt auf eine Geschichte zurück, die weit vor die Weihe der heutigen Kirche im Jahr 1235 reicht.

Für Besucher aus dem Westerwald liegt der Dom vergleichsweise nah. Zugleich reicht das Bistum Limburg über Hessen hinaus nach Rheinland-Pfalz. Der Dom ist damit nicht nur Wahrzeichen der hessischen Kreisstadt Limburg-Weilburg, sondern auch kirchlicher Bezugspunkt für Teile der weiteren Region.

Foto: R. Mauer
Foto: R. Mauer

Vom mittelalterlichen Stift zur Kathedrale des Bistums Limburg

Die Geschichte des Dombergs begann nicht erst mit dem heutigen Bau. Bereits im Jahr 910 gründete Graf Konrad Kurzbold in Limburg ein Stift mit einer Stiftskirche. Dieser ältere Kirchenbau war der Vorgänger des heutigen Doms.

Wann der Bau der heutigen Kirche genau begann, ist nicht eindeutig geklärt. Die Stadt Limburg nennt als möglichen Baubeginn die Zeit ab 1206. Gesichert ist die Weihe im Jahr 1235. Damals war das Gotteshaus noch keine Kathedrale, sondern Stifts- und Pfarrkirche.

Erst die Gründung des Bistums Limburg im Jahr 1827 machte die Kirche zur Bischofskirche. Seitdem ist der Limburger Dom die Kathedrale des Bistums.

Die Kirchenpatrone sind der heilige Georg und der heilige Nikolaus. Die Bezeichnung Georgsdom leitet sich von St. Georg ab.

Foto: R. Mauer
Foto: R. Mauer

Sieben Türme prägen den Limburger Dom

Besonders auffällig sind die sieben Türme. Damit besitzt der Limburger Dom mehr Türme als jede andere Kirche in Deutschland. Seine Lage auf dem Kalkfelsen verstärkt ihre Wirkung zusätzlich: Aus vielen Richtungen erscheint der Dom über den Dächern der Altstadt und über dem Lahntal.

Architektonisch steht das Gebäude an der Schwelle zwischen Romanik und Gotik. Romanisch wirken unter anderem die massiven Bauteile und Rundbögen. Gleichzeitig zeigen der hohe Innenraum, die Gliederung der Wände und weitere Bauelemente den Einfluss der damals aus Frankreich kommenden Gotik.

Diese Verbindung verschiedener Baustile wird häufig als rheinischer Übergangsstil bezeichnet. Der Limburger Dom gehört zu dessen bekanntesten Beispielen.

Die sieben Türme und die innere Gliederung besitzen zugleich eine religiöse Symbolik. Die Domverwaltung verweist auf die Vorstellung des „Himmlischen Jerusalem“. Auch die zwölf massiven Pfeiler im Kirchenraum werden in diesem Zusammenhang mit den zwölf Aposteln in Verbindung gebracht.

Foto: R. Mauer
Foto: R. Mauer

Mittelalterliche Malereien blieben teilweise erhalten

Nicht nur die äußere Form des Doms ist bemerkenswert. Im Innenraum haben sich große Teile mittelalterlicher Wand- und Gewölbemalereien erhalten.

Der Dom wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert, übermalt und restauriert. Während der Innenrestaurierung von 1975 bis 1991 konnten nach Angaben des Bistums mehr als 70 Prozent der ursprünglichen mittelalterlichen Farbfassung wieder freigelegt werden.

Auch das heute vertraute farbige Erscheinungsbild der Außenfassade ist das Ergebnis einer Restaurierung. Im 19. Jahrhundert war der Putz entfernt worden, weil der sichtbare Stein dem damaligen Bild einer mittelalterlichen Kirche eher entsprach. Bei Arbeiten von 1970 bis 1973 erhielt der Dom wieder einen Außenputz und eine Farbgestaltung, die sich stärker am mittelalterlichen Zustand orientieren sollte.

Zur Ausstattung gehört außerdem eine Orgel der Bonner Orgelbauwerkstatt Klais. Sie stammt aus dem Jahr 1978 und besitzt nach Angaben der Domverwaltung 60 Register und 4.222 Pfeifen. Im Jahr 2020 wurde das Instrument generalüberholt und gereinigt.

Foto: R. Mauer
Foto: R. Mauer

Dom und Limburger Altstadt lassen sich verbinden

Der Standort macht einen Besuch des Doms auch städtebaulich interessant. Direkt unterhalb des Dombergs liegt die Limburger Altstadt mit ihrem weitgehend erhaltenen mittelalterlichen Straßenbild und zahlreichen Fachwerkhäusern.

Vom Domplatz und von Wegen am Domberg ergeben sich Ausblicke über die Lahn. Auf der gegenüberliegenden Seite beginnt die Westerwaldseite der Stadt. Damit lässt sich ein Dombesuch gut mit einem Rundgang durch Altstadt, Domberg und Lahnufer verbinden.

Der Dom ist weiterhin ein Gotteshaus. Gottesdienste haben deshalb Vorrang vor Besichtigungen und Führungen.

Öffnungszeiten und Führungen im Limburger Dom

Nach den Angaben der Domverwaltung gelten mit Stand August 2026 folgende Öffnungszeiten:

Von April bis Oktober ist der Dom in der Regel täglich von 8 bis 19 Uhr geöffnet. Von November bis März gelten Öffnungszeiten von 9 bis 17 Uhr.

Für Einzelbesucher und kleinere Gruppen werden öffentliche Domführungen angeboten. Sie finden nach der veröffentlichten Führungsordnung dienstags bis freitags um 11 und 15 Uhr, samstags um 11 Uhr sowie sonntags um 12 Uhr statt. Die Führung dauert etwa eine Stunde.

Kurzfristige Änderungen sind möglich, etwa wegen Gottesdiensten, Konzerten, Proben oder Bauarbeiten. Wer gezielt an einer Führung teilnehmen möchte, sollte deshalb vor der Anreise die Angaben der Domverwaltung prüfen.